DEUTSCHLAND

Ohne die Hilfe aus Deutschland kann St.Peter’s Child Care nicht arbeiten. Das sagen uns die Projektmanager immer wieder. Neben der finanziellen Unterstützung wollen wir in Deutschland über HIV/Aids aufklären und auf die dramatische Situation jener Kinder hinweisen, die durch die Krankheit ihre Eltern verloren haben. Im folgenden sehen Sie Berichte über Aktionen und aktuelle News des Freundeskreis St.Peter’s Child Care in Deutschland.


Nachrichten zur Krise in Südafrika ab September 2017

3. Oktober 2017

Liebe Freundinnen und Freunde von St. Peter´s Child Care,

vor vier Wochen hatten wir uns an Sie gewandt, um Sie über die finanzielle Krise unseres Projekts zu informieren und um zusätzliche Unterstützung gebeten. Nun wollen wir wie angekündigt eine Rückmeldung über die Entwicklungen der letzten Wochen und die mittel- und langfristigen Perspektiven des Projekts geben.

Wir waren überwältigt von den Reaktionen von vielen Freundinnen und Freunden von St. Peter’s Child Care, von Kirchengemeinden und anderen Gruppen, die sich sehr besorgt zeigten, genaueres wissen wollten und noch mehr als sonst schon gespendet haben. Vielen Dank! Es war vielleicht der einzige positive Aspekt der Krise zu merken, wie viele Menschen mit ganzem Herzen hinter der Arbeit des Freundeskreis’ und St. Peter’s Child Care stehen. Es war gut, zusammen zu rücken.

Insgesamt haben Sie und habt Ihr in den letzten Wochen zusätzlich über 15 000 € gespendet. Wir sind sehr berührt von der Anteilnahme, der Tatkräftigkeit und dem Vertrauen darauf, dass es weitergehen kann. Das Projekt, das am 1. September vor dem aus stand ist nun bis zum Ende des Jahres gesichert. Vielen Vielen Dank! Siyabonga! Realeboga ka kudu!

Adelaide und ihre Team nehmen die Herausforderung, das Projekt wieder stabil zu führen und nachhaltig die Finanzen zu sichern, sehr ernst. „It is not going to be an easy process but we are committed to seeing this project succeed.“ Nur dank der Unterstützung von Ihnen und Euch allen, vom Freundeskreis, konnten bisher alle Kinder in ihren Familien bleiben.

Unsere zusätzlichen Spenden haben dazu geführt, dass St. Peter´s Child Care nun Zeit hat, neue, nachhaltige Wege für die Zukunft des Projektes zu finden. Es geht insbesondere darum, trotz der wirtschaftlich schlechten Lage des Landes und personeller Veränderungen im Vorstand wieder mehr Unterstützung in Südafrika zu aquirieren. Hierfür traf sich der Vorstand von St. Peter´s Child Care zu mehreren Krisensitzungen. Wir waren dabei ständig mit der Sozialarbeiterin und Projektmanagerin Adelaide Mangena in Kontakt. Außerdem gab es einen absolut transparenten Austausch mit Dorothea Riley, der Buchhalterin des Projekts.
Adelaide hat die finanzielle Notlage des Projekts mit den Pflegemüttern besprochen, um auch mit ihnen zu überlegen, wie im Alltag Geld gespart werden kann. Die Kinder sollen allerdings so lange es geht nicht mit den Sorgen um die Zukunft des Projekts belastet werden. Das ist bisher geglückt. Diese Entscheidung wird von allen Beteiligten getragen und befürwortet.

Konkret wurde bisher entschieden, zu einer außerordentlichen Jahreshauptversammlung zu laden, um einen neuen Vorstandsvorsitzenden zu wählen, da Greg Walker, der bisher als „Chair“ des Projekts agiert hat, zurückgetreten ist. Ein bisheriges Vorstandsmitglied, Thabo Matsho, der seit dem Umzug von Pastor Edwin Dedekind nach Deutschland die Hauptansprechperson für das Projektmanagment war, steht bereit, diesen wichtigen Posten auszufüllen. Zudem wurden bereits Gespräche mit einer professionellen Fundraiserin geführt, die in Südafrika Gelder für das Projekt einwerben wird, ohne dass dadurch Personalkosten entstehen, da das Honorar nur bei Erfolg als Provision gezahlt wird.

Bei bereits mit dem Projekt verbundenen Organisationen vor Ort wurde neue Anträge gestellt und Kontakte aufgefrischt. Um alltägliche Kosten zu sparen, werden verstärkt auch Sachspenden (Lebensmittel, Kleidung, Schulbedarf) direkt von Einzelhändlern oder über Einzelpersonen eingeworben.
Neben den drei Johannesburger Kirchengemeinden St. Peter’s by the Lake, Westrand Lutheran Community Church und Thomaskirche Nordrand, die bisher mit vielen engagierten Ehrenamtlichen und eigenem Fundraising die einzelnen Pflegefamilien strukturell und finanziell mit unterstützt haben, führt die Projektleitung zur Zeit intensive Gespräche mit der Gemeinde Kempton Park. Möglichkeiten der Kooperation werden sondiert. Die Motivation in Kempton Park das ihnen bekannte Projekt finanziell zu unterstützen und innerhalb der Gemeinde Spenden zu aquirieren ist groß, aber auch eine langfristige Partnerschaft wird erwogen.
Wir vom Vorstand des Freundeskreis’ sind uns weiterhin einig, dass es nicht unsere Aufgabe ist, inhaltlich in das operative Geschäft vor Ort einzugreifen. Erstens wissen alle Verantwortlichen vor Ort am besten, was nun zu tun ist und zweitens setzen wir weiterhin begründet unser ganzes Vertrauen in das Leitungsteam um Adelaide. Ein Eingriff von unserer Seite wäre nicht sachgemäß und würde zudem koloniale Muster aufleben lassen, die wir bewusst in unserer Zusammenarbeit meiden.

Wir sind sehr froh und dankbar, in dieser Notlage dem Projekt so tatkräftig geholfen zu haben. Nun hoffen wir auf neue Spenderinnen und Spender, die auch in Südafrika die wertvolle Arbeit von St. Peter´s Child Care unterstützen. Wir bleiben vorsichtig optimistisch und meinen, dass es eine reelle Chance gibt, dass St. Peter’s Child Care diese Krise übersteht, auch über den Jahreswechsel hinaus. Einen ersten Schritt haben wir mit Ihrer Hilfe ermöglichen können.
Für alle zusätzlichen Spenden stellen wir selbstverständlich auch Spendenbescheinigungen aus. Diese erhalten Sie wie üblich mit der jährlichen Spendenquittung Anfang 2018. Sollten Sie hierzu noch Fragen haben, mailden Sie sich bei unserer Schatzmeisterin Brunhilde Ide-Mölleken (bruni-ide-moe (at) web.de).

In der über zehnjährigen Geschichte des Freundeskreis’ stellen die vergangenen vier Wochen und sicher noch einige Monate mehr, die vor uns liegen, die ernstesten und unsichersten Zeiten unserer Geschichte dar. Danke, dass wir dem Projekt zusammen Zeit verschaffen konnten.
We love Hope.

Anke Mö und Moritz Gräper
im Namen des gesamten Vorstandes des Freundeskreis St. Peter’s Child Care e.V.


Kirchentag 2017 vom 24. bis 28 Mai

Auch in diesem Jahr sind wir auf dem Kirchentag anzutreffen. Diesmal sind wir nicht auf dem Markt der Möglichkeiten zu finden, sondern auf dem Askanischen Platz. Vorbeikommen lohnt sich: Bei uns gibt es leckeren Rooibos-Eistee, Musik, Spiele und vieles mehr! Also genau das richtige, um einfach mal eine kurze oder auch lange Pause zu machen. Wir freuen uns auf euch.


Kindergeburtstag auf dem Kirchentag 2015

11411905_964819500218709_231164153862686417_oMit trübem Blick quält sich ein einsamer Kirchentagsbesucher 
bei gefühlten 50 °C durch die stickigen Zelte am Markt 
der Möglichkeiten, die Erschöpfung ist ihm ins Gesicht 
geschrieben. Auch an den Ständen wirken die Aussteller müde und 
ausgelaugt.
 Auf einmal jedoch verlangsamt unser Kirchentagsbesucher 
seinen Schritt.

Er bleibt vor einem in Gelb und Schwarz 
dekorierten und mit Girlanden, Fotos und Transparenten 
verzierten Stand stehen. Hier hat sich eine Gruppe junger 
Leute eingefunden, die der Hitze zum Trotz laut Kinderlieder
 mitsingen oder je nach Bedarf selber auf der Gitarre jammen (=spontanes gemeinsames Musizieren). 
Nun wird unser neuer Freund fröhlich angesprochen: 
„Hallo wollen Sie mit uns Kindergeburtstag feiern?“
„Was feiert ihr denn?“-
 „Uns“!

Unser Förderverein wird dieses Jahr 10 alt. “
So oder zumindest so ähnlich fangen an diesem Kirchentagswochenende viele Gespräche mit Leuten an, die unseren Kirchentagsstand besuchen. Rund um das Motto „Kindergeburtstag“ gibt es für Besucher zahlreiche Angebote: So nutzen viele die Gelegenheit, ein Erinnerungsbild mit uns zu machen. Die Jüngeren probieren sich gerne auch mal im Brezel-Beißen aus oder kippen mit uns gemeinsam eine Tüte Ahoi-Brause. Die Älteren schreiben uns Geburtstagswünsche auf oder bleiben für ein Glas Apfelschorle etwas abseits des Trubels, um sich über ernstere Themen wie die neuesten Entwicklungen von HIV/Aids oder die Herausforderungen Südafrikas zu unterhalten.

So kommen die verschiedensten Begegnungen und Gespräche mit den unterschiedlichsten Leuten zustande. Diese ermutigen uns und bringen neue Eindrücke. „Dass sich gerade so junge Leute wie Sie hier so einsetzen, macht einem ja richtig Mut“. Solche Sätze bekommen wir immer wieder zu hören.
 Der ein oder andere greift noch beherzt zu einem T-Shirt oder Jutebeutel und spült so auch ein klein wenig Geld in die Vereinskasse.

Eine ganz besondere Freude ist immer wieder der Besuch von alten Weggefährten. Egal ob alt gediente Mitglieder, die teilweise schon mit eigenem Nachwuchs unsere Geburtstagsparty bestens ergänzen können, oder ehemalige Mitfreiwillige und Mentoren, die an unserem Stand eine kleine Pause machen, um auf dem Kirchentag ein wenig in alten Zeiten zu schwelgen oder von neuen Abenteuern zu berichten.

Was sonst noch bleibt sind wieder einmal schöne Erinnerungen mit dem Freundeskreis. Ob abends beim „DJ der guten Laune“ in der Kirchentagsdisko oder beim Grillen in unserem Gemeindehaus, wo wir von Tobi wieder einmal vorzüglich bekocht werden. Den ansässigen Hausmeister Igor dürfen wir nach ein oder zwei gemeinsamen Bieren mit T-Shirt versehen sogar als Ehren-Mitglied willkommen heißen.

Von Martin Hein


Mother’s Day Special und eine Geburtstagsparty

Der Frühling ist da und mit ihm nicht nur das erste Vogelgezwitscher und die ersten verführerisch rauchenden Grills, sondern auch der Muttertag. Für unsere Redaktion eine gute Gelegenheit die geheimen Stars unseres Projektes zu würdigen: Die Mütter!

Mutter mit Kindern
Sie sind 24 Stunden am Tag für unsere Kinder da, schmieren ihnen morgens das Schulbrot und müssen sie jeden Abend rechtzeitig mit Zähneputzen und allem Drum und Dran ins Bett kriegen. Sie erleben die Höhepunkte in den Leben der Kinder und gehen mit ihnen durch all ihre Krisen. Bei den jährlich wechselnden Freiwilligen, die sich fröhlich lächelnd die Klinke in die Hand drücken und mit den Kindern immer wieder schöne, spaßige Ausflüge planen dürfen und all den anderen freiwilligen Helfern, die das Projekt immer wieder besuchen, sind sie eine Konstante im Leben der Kinder. Dafür verdienen sie Respekt und  Anerkennung und dafür wollen auch wir sie speziell mit diesem Newsletter zum Muttertag würdigen.

Gleichzeitig steht mit dem Frühling und auch der Kirchentag in Stuttgart vor der Tür. Natürlich werden wir auch von Donnerstag bis Samstag wieder einen Stand am Markt der Möglichkeiten haben (Zh8-A17), an dem wir durchgängig Kindergeburtstag feiern möchten – denn der Freundeskreis wird dieses Jahr zehn Jahre alt! – und bei dem wir  uns natürlich über ganz viele Gäste freuen würden. Speziell feiern wir den zehnjährigen Geburtstag des Vereins auf der Bühne am Marktplatz 1, Samstag um 10.00 Uhr. Da würden wir uns riesig freuen, mit euch, die ihr schon Teil der großen St. Peter ́s Child Care Familie seid, das bisher Geleistete zu feiern und einen kurzen Blick zurückzuwerfen, um mit frischen Elan die nächsten zehn Jahre anzugehen.

Eine etwas größere Feier findet dann beim diesjährigen Herbsttreffen vom 13. Bis 15. November 2015 in Münster statt. Damit laden wir sie herzlich ein zum Stöbern in unserem Muttertags Spezial Newsletter und freuen uns darauf euch bald ob in Stuttgart oder Münster persönlich zu treffen.

Hier können Sie den ganzen Newsletter lesen.


Florian Dahn unterstützt uns mit seiner Musik!

Ein Musiker aus Hamburg, der mit seiner Musik und seiner Ton-Expertise in den Clubs Hamburgs Zuhause ist, hat seine EP „glaube liebe hoffe“ inspiriert von unserer Kampagne I LOVE HOPE produziert. Ein Eur pro verkaufter Platte gehen an unser Projekt. Auf dem Kirchentag in Dresden 2011 hat er unseren Stand mit Liveauftritten bereichert. Wir danken Flo für sein Engagement und empfehlen einen Besuch auf seiner itunes-Store-Seite.



Keine Klischees über das „arme Afrika“

In konstruktiver und kritischer Atmosphäre haben wir uns mit unserem Selbstverständnis auseinandergesetzt. Der Hintergrund dafür war die Einsicht, dass wir nie Teil der Charity-Akteure sein wollten, die Klischees über das hilfebedürftige Afrika reproduzieren und somit koloniale Denkmuster weiter erhalten. Uns war wichtig auszudrücken, dass wir unser Engagement für StPCC nicht als Hilfe von weißen Männern und Frauen für arme schwarze Kinder nach außen verkaufen, sondern deutlich machen, dass das Privileg, das Projekt in Johannesburg kennen lernen zu dürfen, uns schlicht von der Nachhaltigkeit überzeugt hat. Was dabei herausgekommen ist, können Sie hier lesen.

Für eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema, hier ein interessanter Link zur White Charity-Debatte.

Für eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema, hier ein Video der Initiative RadiAid.